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Factoring – Mehr Liquidität für mittelständische Unternehmen

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Factoring

Oft ist davon die Rede, dass der Mittelstand das Rückgrat der Gesellschaft darstellt. In Deutschland lässt sich dies sehr gut an den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ausmachen. Rund 60 % aller Arbeitnehmer sind in kleinen bis mittleren Betrieben beschäftigt, ein weiterer großer Prozentsatz in Kleinstunternehmen und nur etwa 15 % der Arbeitnehmer sind in Großbetrieben mit jeweils über 250 Mitarbeitern eingestellt.

Allerdings zeigt sich in der Statistik auch, das Großunternehmen etwa in den exportorientierten Branchen bezüglich des Gesamtumsatzes klar dominieren, hingegen etwa Bau- und Gastgewerbe fest in der Hand mittelständischer Betriebe sind. Sehr interessant ist hierbei ein Blick auf den Energiesektor, der trotz eines Wandels in diesem Bereich hin zur Dezentralisierung nach wie vor von den Großunternehmen beherrscht wird. Gerade einmal 3 % des Umsatzes in der Energieerzeugung entfallen auf mittelständische Unternehmen.

Eine Schwierigkeit, mit welcher mittelständische Unternehmen oft zu kämpfen haben, ist jene der ausreichenden Liquidität. Üblicherweise setzt sich der Cashflow eines Unternehmens, welches sich mit Handel, Dienstleistung oder Produktion beschäftigt, aus der laufenden Geschäftstätigkeit und der Finanzierung zusammen, wobei diese beiden Faktoren in direktem Zusammenhang stehen.

Kunden und Geschäftspartner steuern mit ihrem Zahlungsverhalten den Cashflow einer Firma in der Weise, dass die Liquidität des Betriebes verschiedene Prozesse genauso wie die Bonität gegenüber Banken und Finanziers beeinflusst. Folglich muss ein Ziel mittelständischer Unternehmen sein, den Zeitraum zwischen gelieferter Ware oder Dienstleistung und deren Bezahlung auf ein Minimum zu verkürzen. Auf der anderen Seite gehört es zur Kundenpflege, ein gewisses Zahlungsziel einzuräumen. Eine Lösung für dieses wie auch weitere Probleme kann das Factoring für den Mittelstand sein.

Was ist Factoring?

Beim Factoring handelt es sich um eine alternative Finanzierungsform, bei welcher ein Unternehmen seine Forderungen unmittelbar nach der Rechnungslegung an eine Factoring-Gesellschaft, den Factor, verkauft. Dieser zahlt binnen 48 Stunden etwa 90% der Rechnung. Die auf diese Weise gewonnene Liquidität kann umgehend wieder im Unternehmen eingesetzt werden, um Skonti von Lieferanten zu nutzen oder Investitionen aus eigener Kraft tätigen zu können. Den Restbetrag der Rechnung abzüglich Factoring-Gebühr überweist der Factor umgehend, sobald der Kunde gezahlt hat.

Welche Vorteile hat Factoring für mittelständische Betriebe?

Der größte Vorteil ist natürlich die sofortige Bezahlung von Rechnungen, was wiederum zu unmittelbarer Liquidität führt. Diese wiederum schafft genügend Raum, um anstehende Vorgänge im Unternehmen sofort in Angriff nehmen zu können. Dadurch können bei Lieferanten nicht nur Skonti genutzt werden, sondern bei den Banken steigt zugleich die Bonität des Unternehmens. In Zeiten von Basel III einer der wohl wichtigsten Faktoren.

Sollte ein Kunde einmal nicht zahlen, übernimmt der Factor das Mahnwesen des Vertragspartners und sorgt so für administrative Erleichterung. Gerade in mittelständischen Betrieben besetzt das Mahnwesen oft viel Arbeitskraft und kann das Wachstum hemmen. Zusätzlich verursacht es meist sehr hohe Kosten. Durch das Factoring erfolgt dementsprechend eine positive Veränderung der zur Verfügung stehenden Ressourcen im Unternehmen.

Kann Factoring einen Bankkredit ersetzen?

Der Factor legt zur Zusammenarbeit mit einem mittelständischen Unternehmen zwar etwas andere Kriterien an als eine Bank, als alleiniger Finanzier einer unternehmerischen Tätigkeit ist das Factoring jedoch nicht geeignet, da es auf bestehenden Prozessen aufbaut und diese verbessern soll. Vor dem Factoring kommt somit immer erst der klassische Weg der Finanzierung, zumal sich beispielsweise Investitionen in Maschinen oder Gebäude nicht über eher kleinteilige Rechnungsbeträge finanzieren lassen. Factoring stellt somit keine Alleinfinanzierung dar, sondern sollte als sinnvolle Zusatzfinanzierung zur herkömmlichen Finanzierung durch Banken betrachtet werden.

Durch den Einsatz von Factoring übernehmen sowohl Unternehmer als auch Factor genau jene Aufgaben, auf welche sie und ihre Mitarbeiter spezialisiert sind. Eine Aufgabenteilung, die für beide Seiten eine Win-win-Situation ergeben kann.

Foto: Cobanams/www.pixabay.com

 

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