Rückenschmerzen – neue Behandlungsansätze geben Hoffnung

Rückenschmerzen – neue Behandlungsansätze geben Hoffnung

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Rückenschmerzen

Kaum ein anderes Beschwerdebild ist so weit verbreitet wie Rückenschmerzen. Statistiken belegen, dass 65 Prozent der Frauen und 57 Prozent der Männer über Rückenleiden klagen.
Quelle.

Als Gründe sehen viele Mediziner häufig einen ungesunden Lebensstil. Viele Berufstätige verbringen den Tag sitzend, ohne einen Ausgleich durch Sport zu schaffen. Andere wiederum müssen berufsbedingt schwere Lasten bewegen oder arbeiten in einer sogenannten „Zwangshaltung“, etwa kniend oder gebückt. Für die meisten Ärzte ist es eine logische Folge: Eine falsche Haltung ergibt mechanische Probleme im Bereich des Rückens. Abhilfe schaffen Injektionen, Schmerzmedikamente und zur Not eine Operation.

Der Einfluss seelischer Faktoren auf die Rückengesundheit

Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass psychische und psychosoziale Belastungen eine große Rolle bei der Entstehung, Dauer und Intensität von Rückenleiden spielen. Einfluss nehmen beispielsweise hohe Arbeitsanforderungen, Unzufriedenheit, kaum soziale Unterstützung und ein immenser Druck bezüglich Terminierungen oder verlangter Arbeitsleistung.
Quelle.

Neue Wege bei der Behandlung zeigen vielversprechende Ansätze

Ein wissenschaftliches Team des Group Health Research Institute aus Seattle unter der Leitung von Dr. Daniel Cherkin zeigte in einer aktuellen Untersuchung Erstaunliches. Die Teilnahme von Patienten an einer achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction, kurz MBSR) beziehungsweise einer kognitiven Verhaltenstherapie verringerte chronische Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich.

Die Studie wurde im „Journal of the American Medical Association“ veröffentlicht. MBSR wurde in den 1970er Jahren von Dr. Jon Kabat-Zinn an der Universitätsklinik in Worcester (USA) entwickelt. Vereinfacht erklärt, handelt es sich um ein Trainingsprogramm für den Geist. Mit größerer innerer Ruhe vertiefen sich Wahrnehmungen und der Patient lernt, mit seinen Schmerzen anders umzugehen. Quelle.

Das Forscherteam teilte insgesamt 342 Patienten mit Rückenbeschwerden in drei unterschiedliche Gruppen ein. Die eine Gruppe wurde Physiotherapie, Spritzen und Schmerzmedikamenten konventionell behandelt. Die zweite Gruppe wurde nach der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) therapiert und die dritte Gruppe befasste sich mit einer kognitiven Verhaltenstherapie.

MBSR zeigt sich als wirkungsvolle Hilfe

Nach sechs Monaten zogen die Forscher ihre Bilanz: Die Teilnehmer der MBSR-Gruppe stellte mit 61 Prozent den wirksamsten Erfolg fest, dicht gefolgt von der Verhaltenstherapie-Gruppe mit 58 Prozent. Am Schlechtesten schnitten die Teilnehmer der Standard-Maßnahmen ab, hier lag der Erfolg einer Verbesserung des Rückenleidens bei gerade einmal 44 Prozent. 45 Prozent der beiden ersten Gruppen sprachen von einer deutlichen Verbesserung der Schmerzintensität nach der Behandlung. Bei der Standardmedizin waren es lediglich 27 Prozent der Teilnehmer, die eine Verringerung der Schmerzen nach der Behandlung feststellen konnten.

Diese Untersuchung zeigt, dass im Bereich Rückenleiden noch einiges getan werden muss, denn viele Ärzte sehen den Einsatz von Yoga und Meditation bei Rückenleiden als skeptisch an. Dabei häufen sich in jüngster Zeit die Ergebnisse dafür, dass mit einer Verhaltenstherapie, Meditation oder Yoga deutlich positive Resultate im Sinne der Patienten erzielt werden können.

Foto: typographyimages/www.pixabay.com

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