Das Tattoo soll weg? Dann sollten Sie das hier wissen!

Das Tattoo soll weg? Dann sollten Sie das hier wissen!

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Tattooentfernung

Sie sollten eigentlich ein Leben lang halten. Doch jedes Jahr wollen tausende Menschen ihre Tätowierungen wieder loswerden. Möglich ist das zwar, aber über die Gesundheitsrisiken, die sie dabei in Kauf nehmen, wissen nur die Wenigsten Bescheid.

Warum soll das Tattoo weg?

Die Gründe für das Entfernen einer Tätowierungen sind eigentlich fast immer die gleichen. Die Persönlichkeit, die man einst mit den Bildern zum Ausdruck bringen wollte, ist man längst nicht mehr. Die Vorlieben, die verewigt wurden, haben sich geändert. Die Liebe, die man sich geschworen hat, hat sich aufgelöst. Oder die Mode hat sich einfach geändert. Das sind die wesentlichen Gründe, aus denen die meisten Menschen ihre einst liebgewonnenen Bilder wieder los werden wollen. Oft wurden die Bilder damals ohne groß nachzudenken gestochen. Man hatte sich einfach einem Trend angepasst.

Das Tattoo soll weg! – Welche Möglichkeiten gibt es?

Ein Tattoo sicher, restlos und dauerhaft zu entfernen, ist sehr viel schwieriger, als es sich stechen zu lassen. Das heute gängigste Verfahren ist die Laserbehandlung. Hier werden mit kurzen intensiven Lichtimpulsen die Farben in der unteren Hautschicht aufgelöst. Die Reste werden dann vom Lymphsystem des Körpers aufgenommen und ausgeschieden. Das mag sich leicht anhören, bedarf aber seiner Zeit.

Die meisten Tattoos brauchen mehrere Behandlungen, um vollkommen zu verschwinden. Gemacht werden kann eine solche Laserbehandlung bei Kosmetikern, Hautärzten, aber auch Tattoostudios bieten den Dienst an. Von den älteren Methoden wie der Behandlungen mit Milchsäure oder Blitzlichtlampen sollte man auf jeden Fall die Finger lassen.

Gibt es Risiken bei der Entfernung? – Worauf lasse ich mich ein?

Die zuletzt genannten Verfahren, Wegätzen mit Milchsäure oder Ausbrennen mit Blitzlicht, werden von keinem seriösen Unternehmen heute mehr angeboten. Bei der Behandlung mit Säure wird die Haut schwer angegriffen und es bleiben oft Narben zurück, die man dann statt des Tattoos ein Leben lang tragen muss.

Eine Blitzlicht-Behandlung kann die Haut nachhaltig zerstören und fördert damit sogar die Bildung von Hautkrebs. Daher sollte man diese Methoden nie machen lassen und erst recht nicht selbst versuchen. Was die Behandlung mit dem Laser betrifft, so liegen mögliche Gefahren in der Intensität der Bestrahlung. Ähnlich wie beim Blitzlicht kann eine zu starke und zu lange Strahlung die Haut verbrennen und die Bildung von Hautkrebs begünstigen. Dabei sind vor allem die natürlich verfärbten Stellen wie Muttermale ein mögliches Risiko. Eine andere Gefahr entsteht bei der Zersetzung der Farbpartikel. Es fehlen schlicht und einfach die Erfahrungswerte mit allen Arten von Tätowierungstinte, um sagen zu können, welche Stoffe als Nebenprodukte entstehen können, wenn sie der hohen Energie eines Lasers ausgesetzt werden. Das gilt vor allem für Billigfarbe, die nicht den deutschen Qualitätsnormen entspricht.

Ist es also besser das Tattoo nicht entfernen zu lassen?

Eine sichere und saubere Entfernung ist möglich. Aber man muss sie auf die richtige Art angehen. Die beste Beratung finden Willige immer noch bei einem Dermatologen. Mit dem neuen Pico-Laserverfahren sind nur sehr kurze intensive Lichtstöße nötig. Die Belastung für die Haut ist damit noch geringer und die Gefahren können weiter reduziert werden. Außerdem besteht bei einem zugelassenen Arzt kaum die Gefahr, dass die Laser eine zu große Leistung besitzen und damit die Haut verletzen können. Zusätzlich gibt es nur hier eine genaue und fachkundige Beratung, die über Risiken und Alternativen aufklärt.

Das Tattoo soll Weg! – Wie läuft das ab?

Wer sich an einen qualifizierten Hautarzt wendet, der wird zunächst einige Vorsorgeuntersuchungen über sich ergehen lassen müssen. Es werden einige Probebestrahlungen gemacht um zu testen, welches die geeignete Lichtstärke ist und welche Stellen man nicht bestrahlen sollte. Am besten bearbeiten lassen sich Hautteile, die nicht gebräunt sind und auch keine Muttermale oder ähnliche Hautverfärbungen haben, die empfindlich auf das Laserlicht reagieren können. Die Behandlung beginnt dann, wenn der Betroffene auch wirklich seine Einwilligung gegeben hat.

Je nach Größe und Standort der Tätowierung muss unterschiedlich viel Zeit investiert werden. Der Körper wird mit einem etwa handtellergroßen Gerät abgetastet, von dem aus die Laserimpulse ausgehen. Wenn die Tätowierungen nicht im Gesicht liegen, sind keine Schutzmaßnahmen für den Betroffenen nötig.

Die neuen Laserverfahren sind auch nahezu schmerzfrei. Die meisten Teilnehmer beschreiben einen kurzen, leicht stechenden Schmerz, wenn der Laserimpuls ausgesandt wird. Das ist in der Regel aber auch schon alles. Nach der Behandlung ist die Haut gerötet und empfindlich und sollte nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Eine Feuchtigkeitscreme mit Vitamin E hilft Ihnen dabei, sich schnell zu erholen. Trotzdem kann die behandelte Stelle noch einige Tage lang jucken. Nach einer ausreichend langen Wartezeit – auch das richtet sich nach der Größe und dem Standort der Tätowierung – werden weitere Sitzungen abgehalten.

So leicht ist es aber nicht

Selbst wenn die Behandlung erfolgreich verläuft, gibt es keine Garantie, dass die Tätowierung auch wirklich vollständig wieder entfernt werden kann. Vor allem Farbbilder stellen für die gängige Laserbehandlung eine Herausforderung dar, da nicht alle Farben gleich gut auf die Lichtbehandlung reagieren. Einige Farben werden nur blässer, andere verändern sich gar nicht. So können Reste ein ganzes Leben lang auf der Haut bleiben. Auch hier kann nur eine Vorsorgeuntersuchungen bei einem Dermatologen Auskunft darüber geben, ob eine Entfernung sicher und möglich ist. Auch die Menge der Behandlungen lässt sich vorher nur schwer abschätzen. Unter Umständen müssen die Betroffenen bis zu zwei Jahre Zeit aufbringen, wenn sie ihre unbeliebt gewordenen Bilder endlich loswerden wollen.

Eine ganz andere Sache ist dann noch der Kostenfaktor. Die Laserbehandlungen werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Und bei größeren Bildern und entsprechend vielen Sitzungen können schnell einige hundert Euro zusammenkommen. Viele Ärzte bieten daher eine Ratenzahlung an. Wer die Farben in seinem Tattoo nicht verträgt, kann allerdings zumindest auf eine anteilige Kostenbeteiligung der Krankenkasse hoffen. Dazu ist allerdings eine genaue Untersuchung und ein Attest von einem Dermatologen erforderlich.

Bedenkt man all die Schwierigkeiten, die es kosten, um eine Tätowierung wieder zu entfernen, dann kommt man vielleicht zu dem Schluss, dass man gar keine haben will. Wer sich jedoch trotz allem stechen lassen möchte, der sollte sich bei der Wahl seines Motivs nicht auf Modeerscheinungen oder kurzlebige Vorlieben verlassen, sondern lieber zeitlose und allgemeine Motive nehmen, die nicht an Bedeutungen gebunden sind, die sich schnell wieder ändern. Diese Bilder behält man dann gerne ein ganzes Leben lang.

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